Herzlich willkommen am Adam-Kraft-Gymnasium!

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Nachrichten-Ticker zum Corona-Virus

Sehr geehrte Schulfamilie,advent 3800429 640

der Nachrichten-Ticker soll auch im Schuljahr 2021/22 über aktuelle Entwicklungen zum Corona-Virus, die das Adam-Kraft-Gymnasium betreffen, zeitnah informieren. Ältere "Posts" sind im Corona-Nachrichten-Archiv des AKG zu finden.

Die Schulleitung

 


- Informationen zum Unterrichtsbetrieb im Januar 2022

- Aktualisiertes Merkblatt zu Krankheits- und Erkältungssymptomen

- KM-Information für Erziehungsberechtigte (3G-Regel auf dem gesamten Schulgelände) 

- Merkblatt Rahmenhygieneplan 


Gegen das Vergessen

Foto 1Abba Naor überlebte den Holocaust und hinterlässt bei den Schülerinnen und Schülern des Adam-Kraft-Gymnasiums mit seinem Vortrag am vergangenen Montag einen tiefen Eindruck.

„Glauben Sie noch an Gott?“, fragt eine Schülerin. „Ich habe ihn im Konzentrationslager gesucht. Ich habe ihn nicht gefunden“, antwortet Abba Naor. Und dann fügt er trocken hinzu: „Vielleicht war er auf Mallorca. In den Außenlagern des KZ Dachau jedenfalls war er nicht.“

Ein leises Lachen huscht durch den Saal und verschwindet rasch wieder. Seit zwei Stunden lauschen die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Adam-Kraft-Gymnasiums nun schon gebannt Abba Naor. Als er so alt war, wie sie es jetzt sind, überlebte er die Außenlager des KZ Dachaus und einen Todesmarsch. Als einer der letzten Zeugen des Holocausts berichtet der mittlerweile 93-Jährige von den Schrecknissen, die er als Jugendlicher während der Zeit des Nationalsozialismus durchstehen musste. Dank der Vermittlung von MdL Karl Freller ist er an die Schule gekommen. 


Geboren wurde Abba Naor 1928 im litauischen Kaunas. Nach der Besetzung Litauens durch die deutschen Truppen 1941 wurde in Kaunas ein Ghetto eingerichtet, in das Naor mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder ziehen musste. Anschließend wurde er über das KZ Stutthof ins Außenlager des KZ Dachau gebracht. Dabei wurde er von seiner Familie getrennt. Die Mutter und den Bruder sollte er nie wieder sehen, sie wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Er selbst überstand härteste Zwangsarbeit und den Todesmarsch vom KZ Dachau, wurde Anfang Mai 1945 von amerikanischen Soldaten befreit und emigrierte wenig später nach Israel, das zum damaligen Zeitpunkt noch nicht als eigenständiger Staat existierte.
Seine Geschichte erzählt Abba Naor mit klaren Worten, langsam, stellenweise fast nüchtern und gerade dadurch eindringlich. Er berichtet von einer Jugend, in der er keine Schule besuchen durfte, schildert davon, wie die Familie im Ghetto den kleinen Bruder versuchte zu verstecken, erzählt vom Tag, an dem er Mutter und Bruder das letzte Mal lebend sah. Die Brutalitäten der Nationalsozialisten verbergen sich dadurch nicht mehr in monströsen, aber kaum greifbaren Zahlen. Das Einzelschicksal legt die Unmenschlichkeit, die Perversion des Nazi-Regimes offen. In der Mensa des AKG, wo sich die zehnten Klassen versammelt haben, könnte man die Stecknadeln fallen hören, so still ist es. Selten hat man die Schülerinnen und Schüler über einen so langen Zeitraum so konzentriert und interessiert erlebt.
„Haben Sie nie die Hoffnung aufgegeben?“, fragt eine Schülerin fast ein wenig ungläubig. „Nie!“, sagt Abba Naor bestimmt. „Nie darf man die Hoffnung aufgeben.“ Mehrfach betont er: „Das Leben ist was Feines!“ Und es ist nichts Selbstverständliches, was seine Biografie und sein Vortrag deutlich machen.
Dieser Mensch imponiert. Nicht nur, weil er die Hoffnung nie aufgab, nicht nur, weil er sich nicht der Frage nach Schuld hingeben möchte. Sondern auch, weil er selbst im hohen Alter nicht aufhört zu erzählen, zu erinnern, zu mahnen. Er pendelt zwischen seiner Wahlheimat Israel und Deutschland regelmäßig hin und her, besucht Schulen, spricht mit Schülerinnen und Schülern – unaufhörlich. Die Erinnerung muss wachgehalten werden, damit sich das, was sich zwischen 1933 und 1945 in Deutschland ereignete, nie wieder wiederholt. Das ist seine Botschaft. Und damit hat er bei den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen.


Annie Krüsmann, Lara Schwarz, Johannes Möhler