Herzlich willkommen am Adam-Kraft-Gymnasium 

Titel Broschure

 

Herzliche Einladung zum

Schulfest 2019

Die Schulfamilie - insbesondere der Elternbeirat -

lädt alle Schüler, Eltern, Lehrer, Ehemalige sowie

die neuen Fünftklässler und ihre Eltern am

Dienstag, 23. Juli 2019, ab 16.30 Uhr zum

Schulfest im Hof des Adam-Kraft-Gymnasiums ein.


 

 

 

"Real Life" und Wahnsinn am AKG

Zwei Theateraufführungen an einem Abend begeistern die Zuschauer im Blauen Theater

Das reale Leben bewegt sich bisweilen auch an der Grenze zum Wahnsinn. Dies zeigen die beiden Theatergruppen der Unter- und Mittelstufe am Adam-Kraft-Gymnasium, die sich in ihren Bühnenstücken zunächst in Friedrich Dürrenmatts Irrenhaus der „Physiker“ begeben und danach skurrile Einblicke in die verrückteste Schule der Welt gewähren.

"Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden" – das bewies die kurzweilige Adaption von Dürrenmatts "Die Physiker". Das Theaterensemble der Mittelstufe brachte die Paradoxie des Stückes hervorragend zum Ausdruck.

Das moderne Drama, das in seiner geistigen Dimension bestürzend und fesselnd, aber auch amüsant ist, zeugt von den Gefahren wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, wenn sie in falsche Hände geraten. Drei berühmte Physiker leben in einer Irrenanstalt. Alle drei sind angeblich verrückt, denn einer glaubt, er sei Newton, der zweite hält sich für Einstein und der dritte und genialste, Johann Wilhelm Möbius, meint, dass ihm der Geist des Königs Salomon erschienen sei. Nacheinander bringen die Physiker im Laufe des Stückes ihre Krankenschwestern um. Chefärztin Dr. Mathilde von Zahnd nimmt die Morde kühl und gelassen hin. Sie schützt ihre Patienten zum Verdruss des Kriminalinspektors Richard Voß. Die Dramenhandlung gewinnt mit jeder Szene an Rasanz und Spannung: Das Geheimnis der Physiker lüftet sich. Alle drei sind Simulanten. Möbius spielt aus moralischen Gründen den Irrsinnigen, die beiden anderen aber sind von ihren Regierungen ausgesandte Geheimdienstagenten, die sich um jeden Preis den Besitz der Formeln von Möbius sichern wollen. Mit den Morden wollten alle drei beweisen, dem Wahnsinn verfallen zu sein.Die Adaption „Wahn-Sinn?“ unter der Leitung von Stephanie Hitzler zeugt von einer ausgeklügelten Dramaturgie. Wie ein Puzzle setzen sich die schnell wechselnden Szenen allmählich zusammen, wobei geschickt damit gespielt wird, was denn nun Normalität und Wahnsinn ist, was Einbildung oder Wahrheit. Vor allem aber können die Spielerinnen und Spieler der 7. bis 10. Jahrgangsstufe das Publikum begeistern: Sie wechseln mit beeindruckender Bühnenpräsenz zwischen skurrilen und ernsten Momenten. Besonders die Insassen der Nervenheilanstalt verkörpern den Irrsinn ekstatisch mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Mit einer geschlossenen Ensembleleistung überzeugen sie das Publikum, sodass es am Ende eine Zuschauerin auf den Punkt bringt: „Wahnsinn!“

Zwei Aufführungen an einem Abend

Die Theaterklasse des letzten Schuljahres wollte ihre Schauspielarbeit im Klassenverband unbedingt fortführen. So entstand unter dAt School Versöhnung ker Leitung der Studentin und ehemaligen AKG-Schülerin Aileen Wörlein eine Eigenproduktion - „@school“ - , die vielschichte Einblicke in das „Spannungsfeld Schule“ gewährt. So begegnet man dem Lehrer, der überzeugt davon ist, dass sein selbstgebackener Kuchen alle Probleme beseitigt. Oder man vernimmt auf dem Pausenhof: „Geil, heute kommt ’ne Neue, die wir wieder ‚hops’ nehmen können.“ Aus einer anderen Ecke ist deutlich eine Drohung zu hören, die später auch drastisch umgesetzt wird: „Dieser Nerd kann was erleben!“ Und nur wenige Sekunden erleben die Zuschauer die Eskalationsstufe drei an einem Elternabend, wenn die Erziehungsberechtigten in der hitzigen Diskussion konstatieren: „Wir haben auch Mathematik studiert, und Kunst und Deutsch und auch Physik.“ Mit viel Enthusiasmus, ironischem Spielwitz und überaus humorvoll haben die Siebtklässler ihre Schüler-, Eltern- und Lehrer-Stereotype kreiert. Sie zeigen dabei deutlich, mit welchen Problemen sich die Jugendlichen konfrontiert sehen, sei es die sexuelle Orientierung oder das allgegenwärtige Mobbing. Aber es bleibt nicht nur die Kritik, es werden am Ende Lösungen gezeigt, die deshalb entstehen, weil ein Rahmen für eine respektvolle und wertschätzende Kommunikation geschaffen wurde.

Text/Foto: Stefanie Ulrich